Pressemitteilungen der JSAG   Leipzig

Juso-Schüler*innen und -Azubis fordern: Schulen nicht schließen!

Gegen Schulschließungen, Druck von Schüler*innen nehmen!

Leipzig, 22. November 2020

Die JSAG Nordwestsachsen fordert, dass Schulen während der zweiten Corona Welle nicht geschlossen werden. Eine erneute Schließung wie im Frühjahr wäre eine unheimliche Belastung für Schüler*innen, Lehrer*innen und Eltern, da wir gesehen haben, dass Schüler*innen mit dem Lernstoff nicht hinterherkamen und Lehrer*innen sich teilweise schwertaten,die neue Form des Unterrichts zu adaptieren.

 

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek von der CDU äußerte sich Ende 2018 trotzig zum Netzausbau in Deutschland mit dem Spruch “5G ist nicht an jeder Milchkanne notwendig.” Die Corona-Pandemie und der erste Lockdown haben allerdings gezeigt, dass das seit Jahren von der CDU geführte Bildungsministerium, sowie das CSU-Ministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur die Digitalisierung verschlafen haben.  „Wäre die Digitalisierung in Schulen in den letzten Jahren vorangetrieben worden, könnten Schüler*innen problemlos ins Homeoffice gehen. Damit würden sie sich und andere schützen“, erklärte Emily Pfeiffer, Regionalkoordinatorin der JSAG Nordwestsachsen. Da dies aber verschlafen wurde, müssen jetzt immer strengere Hygienevorschriften erlassen werden, um die Schulen am Laufen zu halten und den Mangel an digitalem Unterricht zu kaschieren. “Wir befürworten in der aktuellen Situation Hygienekonzepte an Schulen, allerdings wissen auch wir, dass lernen unter immer schärferen Bedingungen zur Belastung werden kann. Die Schule als Ort des sozialen Miteinanders geht verloren, die Motivation zum Schulbesuch ebenso”, ergänzte Quirin Ambrosch, ebenfalls Regionalkoordinator der JSAG.

 

Deshalb fordert die JSAG jetzt den Ausbau von 5G, in der Stadt und, vor allem, auf dem Land, damit alle Schüler*innen von zu Hause aus schnell über das Internet lernen können. Ebenfalls müssen Schüler*innen aus ökonomisch schlechter gestellten Haushalten die Möglichkeit erhalten, einen Laptop zu leihen, um an diesem zu Hause zu arbeiten. Digitalisierung darf kein Nachteil für ärmere Menschen bedeuten! So kann man vielen Problemen, die das Homeschooling jetzt hervorbringt, vorbeugen. Die Pandemie hat es gezeigt: Wir brauchen doch 5G an jeder Milchkanne!


Juso-Schüler*innen und -Azubis fordern: Druck für Schüler*innen reduzieren!

Ergebnisse einer Debatte zum Thema: “Druck und Psyche in der Schule”

Im Idealfall sollten Schüler*innen ihre Schule als einen Ort betrachten, den sie gerne besuchen. Leider ist dies jedoch oft nicht der Fall. Viele junge Menschen erleben hohen Leistungsdruck und ein starkes Konkurrenzdenken, das sich negativ auf ihre psychische Gesundheit auswirken kann, als stetige Begleiter.

 

Die JSAG Leipzig führte deshalb eine Online-Veranstaltung zum Thema Druck & psychische Belastung von Schüler*innen durch. Dabei zeigte sich, dass sich viele junge Menschen in der Schule von Lehrer*innen, Eltern aber auch Mitschüler*innen stark unter Druck gesetzt fühlen, Bestnoten zu schreiben und einen möglichst guten Abschluss zu erreichen. “Oft wird ihnen suggeriert, dass insbesondere das Abitur ein elitäres Ziel wäre, welches nur die Besten der Besten erreichen können, was allerdings vielen Statistiken entgegensteht, die zeigen, dass die Anzahl der Abiturient*innen zunimmt. Allerdings ist klar erkennbar, dass dies mit teils starken psychischen Belastungen einhergeht”, erklärt Emily Pfeiffer, Regionalkoordinatorin der JSAG Leipzig. Die Lehrpläne sind voll, es bleibt wenig Zeit für Wiederholung und Festigung des Unterrichtsstoffs, der teilweise mit Hilfe von Hausaufgaben outgesourct wird. “Um Druck zu verringern, fordern wir eine Reform des Systems der Hausaufgaben”, so Pfeiffer weiter.

 

Des Weiteren ist es für psychisch Belastete oft schwer, Ansprechpartner*innen zu finden, weil die Schulsozialarbeit noch nicht genügend ausgebaut bzw. es unbekannt ist, wofür Schulsozialarbeiter*innen da sind. Max Trotte, ebenfalls Regionalkoordinator, dazu: “Wir streben eine bessere Einbindung der Sozialarbeit in den Schulalltag an. Sie sollte ein elementarer Bestandteil an jeder sächsischen Schule sein, was bedeutet, dass jede Person auch deren Aufgaben kennen muss.”

 



Juso-Schüler*innen und -Azubis für offenen Umgang mit psychischen Folgen der Coronakrise

Leipzig, den 21.04.2020

Die JSAG Leipzig erklärt hiermit ihre Verbundenheit mit all jenen, die unter psychischen Folgen der aktuellen Einschränkungen leiden. „Sich in Zeiten wie diesen einsam und isoliert zu fühlen, ist eine natürliche Folge der Ausgangsbeschränkungen in der Coronakrise. Gerade jungen Menschen, die durch den Schulalltag daran gewöhnt sind, mit anderen zu interagieren, fällt die momentane Umstellung sehr schwer“, so Emily Pfeiffer, Koordinatorin der JSAG Leipzig. Berichte über die Folgen dieser Krise gebe es zwar, allerdings ist eine Auseinandersetzung hiermit oft nur eine Randerscheinung und kommt zu kurz. So erklärt Emily Pfeiffer: „Wichtig ist es, die Debatte über psychische Erkrankungen auch momentan nicht hinten anzustellen, sondern aktiv zu führen, damit Betroffene keinen Scham für ihre Gefühle entwickeln und sich ernst genommen fühlen.“

 

Zudem empfehlen wir, sich an Hilfehotlines und Seelsorgeprogramme zu wenden, sollten etwaige Symptome auftreten. „Sich Hilfe für seine Probleme zu suchen, ist nie ein leichter Schritt, aber wir können es nur jedem Menschen empfehlen. Angebote wie die ‚Nummer gegen Kummer‘ oder die ‚Telefonseelsorge‘ sind sehr vielseitig, da dort sowohl eine Telefon- als auch eine Chatberatung angeboten wird. Bei diesen können Betroffene frei über ihre Probleme sprechen und gemeinsam mit den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Lösungsstrategien erarbeiten.“, fügt Max Trotte, ebenso Koordinator der JSAG Leipzig hinzu.

 

Abschließend dankt die JSAG Leipzig den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern für ihr Engagement. „Auch diese Menschen helfen, den Schaden der Krise zu vermindern und auch diese Menschen retten Leben. Dafür bedanke ich mich von ganzem Herzen im Namen unseres Verbandes“, so Max Trotte weiter.