Pressemitteilungen der JSAG   Leipzig

Juso-Schüler*innen und -Azubis fordern: Druck für Schüler*innen reduzieren!

Ergebnisse einer Debatte zum Thema: “Druck und Psyche in der Schule”

Leipzig, 23.08.2020

Im Idealfall sollten Schüler*innen ihre Schule als einen Ort betrachten, den sie gerne besuchen. Leider ist dies jedoch oft nicht der Fall. Viele junge Menschen erleben hohen Leistungsdruck und ein starkes Konkurrenzdenken, das sich negativ auf ihre psychische Gesundheit auswirken kann, als stetige Begleiter.

 

Die JSAG Leipzig führte deshalb eine Online-Veranstaltung zum Thema Druck & psychische Belastung von Schüler*innen durch. Dabei zeigte sich, dass sich viele junge Menschen in der Schule von Lehrer*innen, Eltern aber auch Mitschüler*innen stark unter Druck gesetzt fühlen, Bestnoten zu schreiben und einen möglichst guten Abschluss zu erreichen. “Oft wird ihnen suggeriert, dass insbesondere das Abitur ein elitäres Ziel wäre, welches nur die Besten der Besten erreichen können, was allerdings vielen Statistiken entgegensteht, die zeigen, dass die Anzahl der Abiturient*innen zunimmt. Allerdings ist klar erkennbar, dass dies mit teils starken psychischen Belastungen einhergeht”, erklärt Emily Pfeiffer, Regionalkoordinatorin der JSAG Leipzig. Die Lehrpläne sind voll, es bleibt wenig Zeit für Wiederholung und Festigung des Unterrichtsstoffs, der teilweise mit Hilfe von Hausaufgaben outgesourct wird. “Um Druck zu verringern, fordern wir eine Reform des Systems der Hausaufgaben”, so Pfeiffer weiter.

 

Des Weiteren ist es für psychisch Belastete oft schwer, Ansprechpartner*innen zu finden, weil die Schulsozialarbeit noch nicht genügend ausgebaut bzw. es unbekannt ist, wofür Schulsozialarbeiter*innen da sind. Max Trotte, ebenfalls Regionalkoordinator, dazu: “Wir streben eine bessere Einbindung der Sozialarbeit in den Schulalltag an. Sie sollte ein elementarer Bestandteil an jeder sächsischen Schule sein, was bedeutet, dass jede Person auch deren Aufgaben kennen muss.”

 



Juso-Schüler*innen und -Azubis für offenen Umgang mit psychischen Folgen der Coronakrise

Leipzig, den 21.04.2020

Die JSAG Leipzig erklärt hiermit ihre Verbundenheit mit all jenen, die unter psychischen Folgen der aktuellen Einschränkungen leiden. „Sich in Zeiten wie diesen einsam und isoliert zu fühlen, ist eine natürliche Folge der Ausgangsbeschränkungen in der Coronakrise. Gerade jungen Menschen, die durch den Schulalltag daran gewöhnt sind, mit anderen zu interagieren, fällt die momentane Umstellung sehr schwer“, so Emily Pfeiffer, Koordinatorin der JSAG Leipzig. Berichte über die Folgen dieser Krise gebe es zwar, allerdings ist eine Auseinandersetzung hiermit oft nur eine Randerscheinung und kommt zu kurz. So erklärt Emily Pfeiffer: „Wichtig ist es, die Debatte über psychische Erkrankungen auch momentan nicht hinten anzustellen, sondern aktiv zu führen, damit Betroffene keinen Scham für ihre Gefühle entwickeln und sich ernst genommen fühlen.“

 

Zudem empfehlen wir, sich an Hilfehotlines und Seelsorgeprogramme zu wenden, sollten etwaige Symptome auftreten. „Sich Hilfe für seine Probleme zu suchen, ist nie ein leichter Schritt, aber wir können es nur jedem Menschen empfehlen. Angebote wie die ‚Nummer gegen Kummer‘ oder die ‚Telefonseelsorge‘ sind sehr vielseitig, da dort sowohl eine Telefon- als auch eine Chatberatung angeboten wird. Bei diesen können Betroffene frei über ihre Probleme sprechen und gemeinsam mit den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Lösungsstrategien erarbeiten.“, fügt Max Trotte, ebenso Koordinator der JSAG Leipzig hinzu.

 

Abschließend dankt die JSAG Leipzig den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern für ihr Engagement. „Auch diese Menschen helfen, den Schaden der Krise zu vermindern und auch diese Menschen retten Leben. Dafür bedanke ich mich von ganzem Herzen im Namen unseres Verbandes“, so Max Trotte weiter.